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Berichte aus der Planerrunde

An dieser Stelle werden kurze Berichte interessanter Themen aus der monatlich tagenden "Planerrunde" eingestellt. Dieser Runde gehören an: Hr. Macholz (leitender Architekt) und Hr. Giel (Architekt Claus Giel); Frau Häring (Küsterin); Frau Dr. Jakobi, Frau Mittelfarwick (LfDH); Hr. Faust (Kirchenarchitekt EKHN); Hr. Weller-Plate (Fachbauleiter Gemälde); Hr. Wagner, Hr Reichert, Hr. Reim (Bauausschuss); Hr. Leppek (Pfarrer); Hr. Cremer (Fundraising) 

TabellePlaner

12. November 2016 - Restaurator Weller-Plate berichtet über die Gemälde

 

13. Oktober 2016 - Das Deckengemälde wird restauriert

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 28. April 2016 - Besichtigung des "Reiterchörchens"                               

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16. Juni 2016 - Wandgemälde entdeckt

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30. Juni 2016 - Ein Meilenstein: Die Gemälde hängen wieder!

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IDSTEIN (red). Die Ursachen für die Schäden in der Unionskirche lassen sich mit einem Won zusammenfassen: Feuchtigkeit Die Schadensbilder dagegen sind vielfältig: Hausschwamm> Schädlingsbefall, Schimmel. quellende Hölzer, abbröckelnder Putz, sich durch Salze auflösende Steinskulpturen, Zinnfraß.

Peter Weller-Plate, seit 2013 der leitende Restaurator bei den Sanierungsarbeiten in der ldsteiner Unionskirche, stand beim Vortragsabend des ldsteiner Geschichtsvereins im evangelischen Gemeindehaus zahlreichen Fragen Rede und Antwort Zuvor schilderte er die lange Restaurierungsgeschichte der Kirche, die mit ihren Deckengemälden auf Leinwand einmalig sei. Kurz nach Umbau und Ausstattung zur Stadtkirche ab 1665 durch Graf Johannes sei ein grundlegendes Problem dieser imposanten Bilderdecke deutlich geworden: Die an der Decke angebrachten Bilder hingen durch. Zusätzliche Leinwände seien verklebt worden, doch man sei auch in den Folgejahren nicht Herr des Problems geworden.
Zwischen 1929 und 1931 seien die Deckengemälde mit einer Wachs-Harz-Mischung auf dünne Sperrholzplatten aufgezogen worden. Die durch die jahrhundertelange Ausdehnung der Leinwände entstehenden Blasen habe man aufgeschnitten und die Oberstände kurzerhand festgenagelt. Eine Lösung, die aufgrund fehlender Befestigung im Mittelbereich der Gemälde auch nur kurzfristig bedingt Abhilfe gebracht und stattdessen neue Probleme geschaffen habe.

Als sich bei der jetzigen Restaurierung der Decke die Experten nach wochenlanger Diskussion entschlossen hätten, den vergilbten Firnis abzunehmen, erstrahlten die Bilder zwar in neuem Glanz, klar hervorstachen nun aber auch die groben Retuschen vergangener Zeiten. Diese seien entfernt worden, ein schwieriges Unterfangen. Denn durch den 1929 verwendeten Wachskleber hätten die nun mehr wieder sichtbaren Risse und Fehlstellen ebenfalls nur mit eingefärbten Wachs gekittet werden können, da andere Materialien auf einem Wachsuntergrund nicht hafteten.

Es dauert noch Jahre,bis die Wände getrocknet sind

Insgesamt zehn Restauratoren arbeiteten an den Gemälden. Die großfonnatigen wurden in der Kirche selbst bearbeitet, kleinere in den Ateliers. Ein einheitliches Konzept mit umfangreici1en Leistungsspektren für jedes einzelne Bild sowie der rege Austausch aller Beteiligten hätten em identisches Vorgehen bei der Restaurierung gesichert. Aber: "Nicht alles, was machbar ist, ist auch sinnvoll", erläuterte Weller-Plate. So werden beispielsweise weiterhin Nahtstellen auf den Gemälden zu sehen sein: Im 17. Jahrhundert habe man noch keine großformatigen Leinwän de herstellen können, deshalb habe man kleinere zusammengenäht. Durch die Unterfütterung mit Sperrholz würden diese Nähte bis heute sichtbar hervortreten. Andere Schäden mussten dringend behoben werden: So seien beispielsweise einige Gemälde mit Einrichtung des Chorraumes grob beschnitten worden, da die Schnittkanten ausgeleiert seien. Diese strapazierten Ränder seien wieder stabilisiert worden. Intensiv gearbeitet haben die Restauratoren gemeinsam mit Zimmerleuten an einer optimalen, sicheren Aufhängung der Bilder. Die an der Wand befestigten würden nun sogar hinterlüftet.

Eine Überlegung, die auch bei allen Restaurierungsarbeiten immer im Mittelpunkt stehe. Durch einen in den 1960er-Jahren angebrachten  wasserundurchlässigen Putz an der Außenwand haben sich die Kirchenwände wie ein Schwamm mit Wasser vollgesogen. "Es wird Jahre dauern, bis die Wände wieder trocken sind", erklärte Weller-Plate. Wie also kann die über Jahrzehnte eingebrachte Feuchtigkeit abtrocknen, ohne die Kunstwerke erneut zu beschädigen? Lüftung, richtiges Heizen, Kontrolle des Klimas - sogar über der Bilderdecke - mit speziellen Sensoren sollen gewährleisten, dass Kirche und Kunst noch viele Jahrhunderte erhalten bleiben. Auch bei der noch ausstehenden Sanierung des Chorraumes und der Epitaphien in den kommenden Wochen wird dieser Anspruch Maßstab sein.

Quelle: Idsteiner Zeitung vom 30.11.2016

 


 13. Oktober 2016 - Das Deckengemälde wird restauriert

Auch das Deckengemälde muss renoviert werden. Hier geht es vor allem um die Substanzsicherung, dann um die Herausnahme schadhafter Kittungen, um Neukittung von Rissen und Hohlstellen, die Aufhellung verdunkelter Bereiche und punktuelle Retuschen, wo es zu Beschädigungen des Gemäldes gekommen ist. Die ganze Maßnahme wird etwa 30.000 Euro kosten.

Grund genug, sich das Gemälde, das m Jahre 1725 von Maximilian Pronner aus Gießen gemalt wurde und hier so aufwendig restauriert werden muss, einmal aus der Nähe anzuschauen.

Das gesamte Bild ist nur zu verstehen, wenn man die Offenbarung des Johannes, vor Augen hat. Das erste Kapitel lautet folgendermaßen:

Gruß an die sieben Gemeinden

4 Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, 5 und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut 6 und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 7 Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen. 8 Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

Der Auftrag an Johannes

9 Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus. 10 Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, 11 die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea. 12 Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter 13 und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. 14 Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme 15 und seine Füße wie Golderz, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; 16 und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht. 17 Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte 18 und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. 19 Schreibe, was du gesehen hast und was ist und was geschehen soll danach. 20 Das Geheimnis der sieben Sterne, die dugesehen hast in meiner rechten Hand, und der sieben goldenen Leuchter ist dies: Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden.

Der Grundgedanke des Deckengemäldes lässt sich wohl in die Worte fassen: Alle Kreaturen sollen Gott und das Lamm Gottes (Jesus) anbeten. Das Gemälde ist ganz diesem Gedanken gewidmet. Vor dem Himmelstor kniet Johannes vor der offenen Himmelstür. Engelsköpfe schauen ihn freundlich an und bringen damit die Liebe des ewigen Gottes zum Ausdruck.

Der Künstler konzentriert sich in der weiteren Komposition des Gemäldes ganz auf das 5. Kapitel der Offenbarung:

Das Buch mit den sieben Siegeln

1 Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln. 2 Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen? 3 Und niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun und hineinsehen. 4 Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch aufzutun und hineinzusehen. 5 Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel. 6 Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Gestalten und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande. 7 Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß. 8 Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen, 9 und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen 10 und hast sie unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden. 11 Und ich sah, und ich hörte eine Stimme vieler Engel um den Thron und um die Gestalten und um die Ältesten her, und ihre Zahl war vieltausendmal tausend; 12 die sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob. 13 Und jedes Geschöpf, das im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meer und alles, was darin ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! 14 Und die vier Gestalten sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.

So kommt der Maler kommt nicht umhin, in diesem Zusammenhang Gott selbst auf einem Throne sitzend in die Mitte des Gemäldes zu plazieren.

Und in Übereinstimmung mit dem biblischen Text ist die Zahl sieben immer wieder zu finden ist.  So hat das Lamm, gleich unterhalt Gottes eingefügt und Jesus Christus repräsentierend, sieben Augen, sieben Hörner und es steht auf einem Buch mit sieben Siegeln. Die Zahl bezieht sich auf dabei die erwähnten sieben Gemeinden Asiens, an die Johannes schrei ben sollte. Die Wunde weist auf den Kreuzestod hin.

Im Kreis um dieses Bild herum sind vier Tiere zu sehen,  die schon bei Hesekiel als die Repräsentaten des Tierreiches dargestellt wurden. Wir sehen einen Löwen, ein Kalb einen Adler und einen Menschen.

Am Rand des Gemäldes sitzen die 24 Ältesten als Repräsentaten der Seligen. Jeder von ihnen ist in ein weißes Kleid gehüllt und hat und trägt eine Harfe und ein Rauchgefäß in den Händen. Der erste in der Reihe ist Friedrich-Ludwig von Nassau-Saarbrücken-Ottweiler, der sich hier ein Denkmal gesetzt hat. Nach dem Tod von Fürst Georg August Samuel von Nassau-Idstein fiel das Fürstentum an Friedrich-Ludwig, der bis 1728 herrschte. Danach fiel das Fürstentum an Nassau-Usingen.

1724 war es der Idsteiner Superintendent Dr. Johann Christian Lange, der auf den Fürsten zuging. Sein religiöses Verständnis prägte auch das Deckenbild und die dazugehörigen apokalyptischen Bilder, die oben im Chorraum auf dem Sims ihren Platz fanden und vom theologischen Verständnis dort hin gehören. Aktuell sind sie in unserem Gemeindearchiv eingelagert.

Dr. Johann Christian Lange war quasi auch der erste "Fundraiser" in unserer Gemeinde. Nach dem Tod von Fürst Georg August Samuel 1721 war der Chorraum unvolllendet. Dr. Johann Christian Lange trat im Auftrag der Gemeinde an Friedrich-Ludwig von Nassau-Saarbrücken-Ottweiler. Er sprach ihn darauf an (per Brief, nicht persönlich), dass es in Idstein eine Kirche gäbe, die seine Vorfahren begonnen hätten und deren Grablege sich dort ja auch befände. Leider sei die Kirche unvollendet. Seine Vorfahren hätten es aber doch verdient, ihre Grablege in einer vollendeten Kirche zu finden. Daher bat er um Geld zur Fertigstellung des Chorrausm und stellte in Aussicht, Friedrich-Ludwig von Nassau-Saarbrücken-Ottweiler auf dem Gemälde zu verewigen. Das hat Friedrich Ludwig wahrscheinlich so gut gefallen, dass er das Geld gab. So wurde in den Jahren 1724 - 1726 der Chorraum vollendet (in Kurzfassung auch auf www.unionskirche.de nachzulesen).

 Eine Anekdote am Rande: Friedrich-Ludwig von Nassau-Saarbrücken-Ottweiler fand seinen Platz unter den Harfespielern beim jüngsten Gericht. Die Idsteiner sagten daherr immer: "Wir brauchen keine Angst vor dem jüngsten Gericht zu haben. Da sitzt ein Nassauer, der immer ein gutes Wort für uns einlegen wird!"

Im Vordergrund des Schiffes schwebt ein gewaltiger Engel. Hierzu heißt es in der Offenbarung  ja: „Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen?“ Es sieht so aus als stelle der Engel diese Frage allen Geschöpfe des Gemäldes und auch der ganzen Kirchengemeinde, die im Chor Abendmahl feiert.

Schade: Das gesamte Gemälde lässt sich nur schwer abbilden und deshalb finden Sie an dieser Stelle auch keine Gesamtdarstellung. Aber ist das vielleicht nicht auch ein Ansporn, diese großartige Darstellung der Offenbarung des Johannes selbst in Augenschein zu nehmen, sobald die Kirche wieder geöffnet ist? Leider können wir hier keine öffentlichen Führungen anbieten, wie wir dies bei den großen Deckengemälden des Kirchenschiffs getan haben. Wie Sie aus dem Foto entnehmen können, kann man unter dem Deckengemälde gerademal aufrecht stehen. Zudem ist es nur über sehr schmale Leiten mühsam zu erreichen.

 

Herzlichst Ihr Fundraisingausschuss

(Text und Bild: Wolfgang Cremer ) Der Text stützt sich in weiten Teilen auf die Ausführungen in „Die Evangelische Kirche in Idstein“, Dekan Cuntz, 2. Auflage 1917, S. 12 ff.) Für die Erklärungen zu Friedrich-Ludwig von Nassau-Saarbrücken-Ottweiler bin ich Herrn Jörg Fried zu besonderem Dank verpflichtet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

28. April 2016 - Besichtigung des " Reiterchörchens"

Das besondere Interesse der Planerrunde galt diesmal dem sogenannten „Reiterchörchen“. Dieser Raum befindet sich unterhalb der Herrschaftlichen Stühle und war den Frauen vorbehalten.  Seinen Namen verdankt  dieser Kirchenstuhl den Rittern, die unter ihm ihre Begräbnisstätte fanden.

Man hatte sich entschlossen, den Vorraum zur ehemaligen Emporentreppe  in diesem Raum zu entfernen, um die ursprüngliche, prächtige Anmutung wieder zur Geltung kommen zu lassen. Der Raum konnte durch diese Maßnahme zudem vergrößert werden und könnte künftig auch als kleiner „Versammlungsraum“ nutzbar sein.

 

In der Mitte des Bildes und am rechten Bildrand sehen Sie noch die freigelegten Mauerreste des alten Windfangs. Die Architekten Daniel Macholz und Claus Giel inspizieren mit Frau Dr. Jakobi (Landesamt für Denkmalpflege Hessen) die Wände und Decken, um den besten Wege zu finden, die Weiterführung des Deckenstucks harmonisch in die Gesamtkonzeption des Raumes zu integrieren.

 

Hierzu müssen auch die Führungen der  Kabel und die Vorsprünge der Wände berücksichtigt werden, um die Heizungsrohre und Elektroleitungen sinnvoll in die Restaurierung des Raumes einzubinden und zu „verstecken“. Im unteren Bild erläutert der leitende Architekt Daniel Macholz Möglichkeiten einer Lösung dieses Problems.

 

Herzlichst

Wolfgang Cremer (klicken Sie mal auf die Bilder...)

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16. Juni 2016 - Wandgemälde entdeckt   Wand

Mit diesem Fund hätte niemand gerechnet. Als man den Schaltkasten auf der Südseite entfernte, entdeckte man hinter der Vermauerung eine Wandmalerei aus dem frühen 16. Jahrhundert, die bis 1918 im Inneren der Kirche noch zu bestaunen war. Dies belegen alte Fotos, die diese Einfassung noch (wie auf der Postkarte von 1909, links, Studio Leidner) zeigen. Später (auf der Postkarte von 1964 zu sehen, Quelle Stadtarchiv) wurde die Malerei durch den Elektrokasten verdeckt.

       

Aus einer Abschrift des Königlichen Dekanat Idstein aus dem Jahre 1915 geht hervor, dass der Maler Velte aus Frankfurt das Gemälde, das vom Salpeter befallen war, sichern konnte und die Bemalung nach Beendigung des ersten Weltkrieges beginnen sollte. Allerdings wurde der Maler zum Kriegsdienst berufen und daher ist nichts Näheres über das weitere Schicksal der Malerei bekannt.

Im April 2016 wurde eine kleine Öffnung freigelegt, durch die man einen ersten Blick auf die dahinterliegende Malerei werfen konnte.

  

Da schon jetzt klar wurde, dass es sich um eine der ältesten Malereien der Unionskirche handeln musste, wurden die Arbeiten der Baufirma einem speziell dafür ausgebildeten Restaurator anvertraut. In der Sitzung am 16. Juni wurde die nun großflächig freigelegte Malerei eingehend begutachtet.

Leider gibt es bis jetzt keine Fotographien oder Zeichnungen, die Aufschluss darüber geben könnten, wie die Szene ursprünglich gemalt war. Es ist allerdings deutlich zu sehen, dass es sich um die Darstellung einer Grablegung handelt. Fünf Personen (im Bild oben sind die Köpfe mit den Heiligenscheinen gut zu erkennen) beweinen den in einem Sarg liegenden Jesus.

     

Die Gesichtszüge Jesu sind deutlich am unteren, rechten Rand der Malerei zu erkennen. Der Heiligenschein ist an der Seitenwand weitergeführt. Der Kopf selbst ist wahrscheinlich größer, als er auf der Fotographie erscheint, da die oberen Teile des Gesichts nicht erhalten sind. Die genauen Gesichtszüge sind jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht rekonstruierbar, da konservatorische Maßnahmen im Mittelpunkt stehen.

Gleichzeitig sieht man noch die Konturen des Unterarms, der erschlafft über den Rand des Sarges fällt und die Wundmale, die, in für die damalige Zeit durchaus üblicher Übertreibung, besonders groß dargestellt wurden.

Als die Wand freigelegt wurde, befanden sich viele Bruchstücke auf dem Boden und im Mörtel der alten Vermauerung. Inzwischen wurden diese Teile gesammelt und es wird versucht, sie in das  ursprüngliche Bild einzufügen. Etwa fünfzig Prozent des Bildes könnten auf diese Weise wieder hergestellt werden. Diese Pusselarbeit gestaltet sich allerdings schwierig, da die gefundenen Putzbruchstücke bedingt durch ihre Fragilität nicht so einfach auf die Malerei gelegt werden können.

        

Nach intensiven Diskussionen machte die Runde den Vorschlag, das Gemälde auch an den Randbereichen noch weiter freizulegen, dann im Maßstab 1 zu 1 zu fotografieren und auszudrucken. Auf diese Weise könnten die Bruchstücke auf dem Ausdruck an ihren Ort gelegt werden. Ob sie später in das Bild wieder eingefügt werden sollten, ist ebenfalls noch eine offene Frage. Auch die Art der Präsentation muss noch abschließend geklärt werden. Hierzu müssen weitere Untersuchungs-ergebnisse abgewartet werden. Inzwischen werden auch Idsteinern Bürger in die Suche nach alten Darstellungen der Wandmalerei eingebunden. Haben Sie vielleicht im Keller oder auf dem Speicher aus Großvaters Tagen Zeichnungen oder Fotographien, die Aufschluss über das Gemälde geben könnten? Suchen Sie doch mal?

Herzlichst Ihr Fundraisingausschuss (Text und Bild: Wolfgang Cremer )

(klicken Sie mal auf die Bilder...)

 

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30. Juni 2016 - Ein Meilenstein: Die Gemälde hängen wieder!

In einer spektakulären Aktion wurden an diesem Tag die letzten Gemälde aufgehängt. Um Rundfunk, Fernsehen und Presse besondere Aufnahmen zu bieten, wählte Herr Weller-Plate (leitender Restaurator) das Bild „Himmelfahrt“ aus, ein Thema, das hervorragend zu dieser Aktion passte.

Im Folgenden wollen wir Ihnen, weil Bilder mehr sagen als Worte, die wichtigsten Stationen in chronologischer Reihenfolge zeigen.

Das Gemälde, vorsichtig auf Holzkeile gestellt und mit Gurten gesichert, wird für den Weg nach oben senkrecht gehalten.

Die Seilwinde zieht das etwa 180 Kilogramm schwere Gemälde langsam nach oben, während die Position weiterhin von unten kontrolliert wird.

Langsam steigt das Gemälde durch den engen Schacht nach oben…

während auf allen Ebenen des Gerüstes weiterhin sorgfältig auf die richtige Ausrichtung geachtet wird, um Beschädigungen zu vermeiden.

Tilman Holly (Atelier Holly, leitender Gemälderestaurator, hinten links) und Peter Weller-Plate  (vorne im Bild) nehmen das Gemälde, unterstützt von Zimmermännern, in der obersten Etage in Empfang. Die schmale Öffnung macht eine ständige Justierung des frei hängenden Gemäldes erforderlich.

Das Gemälde muss auf die Seite gedreht werden, damit es, mit der Rückseite nach oben, in die vorgesehene Position gezogen werden kann (im Vordergrund: Tilman Holly).

Die Gefahr, dass das kostbare Gemälde bei dieser Aktion beschädigt wird, ist besonders groß. Daher steht auf dem Gerüst, auf das das Bild später gelegt werden soll, zusätzlich ein Zimmermann.

Mit vereinten Kräften und mit größter Vorsicht wird das Gemälde mit der bemalten Seite nach unten auf das Gerüst gelegt. Zu diesem Zweck ist die Oberseite des Gerüsts mit einer weichen Matte ausgelegt, um jede Beschädigung der Malfläche zu vermeiden.

Um das Gemälde, wenn es unter der Holzdecke befestigt wird, auf der Oberfläche zu schützen, wird ein atmungsaktives Vliess auf den Holzrahmen gespannt. Dieses Papier schützte vorher die restaurierten Malflächen und wird auf diese Weise, nun auf der Rückseite angebracht, wiederverwendet.

Das Gemälde ist nun, wenn die Schutzfolie glatt auf  dem Rahmen sitzt, fertig, um in die gewünschte Position unter dem Dachboden gezogen zu werden.

Auf dem Dachboden, der alle großen Gemälde halten wird, kontrolliert Herr Weller-Plate die Vorbereitung für das Hochziehen des Gemäldes. Die erste Seilwinde musste übrigens mit jener in der Bildmitte ersetzt werden, weil sie für das enorme Gewicht der großen Gemälde nicht ausgelegt war.

 

An allen Seiten mit Haltegurten gefestigt wird das Gemälde langsam in die Höhe gezogen…

bis es schließlich die vorgesehene Position erreicht hat.

Sorgfältig wird nun von Herrn Weller-Plate die Aufhängung justiert. Später werden die Kettenzüge dann durch kräftige Spannhaken ersetzt. In den nächsten Wochen  müssen alle Gemälde „feinjustiert“ in ihre endgültige Position gebracht und die Rahmenleisten aufmontiert werden. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.

Herzlichst Ihr Fundraisingausschuss

(Text und Bild: Wolfgang Cremer )

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