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Unsere Unionskirche ist zu den Gottesdiensten geöffnet.

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Schäden an der Unionskirche in Idstein

 

Im Großen und Ganzen kann man die Schäden an unserer Kirche in vier Kategorien einteilen:

 

1. Schäden an Kunstwerken, Monumenten und Standbildern

 

Unsere Kirche beherbergt viele Kunstwerke. Unsere Verantwortung ist es, nicht nur den Kirchenbau, sondern auch diese Kunstschätze für nachkommende Generationen zu bewahren. Immer wieder fanden Maßnahmen zur Restaurierung und zum Erhalt dieser Schätze statt – zuletzt in den 1930-er und 1960-er Jahren. So wurden in den 1930-er Jahren die wertvollen Deckengemälde auf Spanplatten aufgezogen. Dabei wurden die Bilder auch restauriert und mit einer neuen Aufhängung versehen. Während der Renovierung in den 1960-er Jahren im Anschluss an das Idsteiner Hochwasser bekamen viele Kunstwerke einen neuen Platz in der Kirche – so das Grabmal Adolfs des IV. und diverse Grabplatten. Auch der Taufstein bekam einen neuen Platz. In diesem Zusammenhang wurden diese Dinge restauriert oder aufpoliert. Das Wasser in den Wänden hat aber in den letzten Jahren auch dem einen oder anderen Kunstwerk zugesetzt. Deutlich ist dies am Standbild der Margarete von Baden zu erkennen. Das Sandstein-Standbild ist durch die Salze stark geschädigt – gut am Zustand ihrer Perlenkette zu erkennen. Während die Perlen 1920 noch als solche zu erkennen waren, sieht man heute klar die Auflösung des Sandsteins in diesem Bereich. Die Standbilder im Reiterchörchen sind alle durchsalzt. Sie müssen einer restauratorischen Behandlung unterzogen werden, um sie in Ihrer Substanz zu erhalten.

Ausführliche Berichte zu einzelnen Gemälden erhalten Sie im Untermenü "Gemälde"

 

2. Schäden durch Wasser im Mauerwerk

 

Warum haben wir plötzlich Probleme mit feuchtem Mauerwerk, wo doch unsere Kirche schon fast 350 Jahre alt ist? Das ist eine berechtigte Frage. Zuerst einmal ist zu sagen, dass wir schon immer Feuchtigkeit in der Kirche hatten. Dies hat aber nie zu massiven Schäden geführt. Ursprünglich befanden sich unter dem Kirchenschiff Gräber und Grüfte. Diese Grüfte waren feucht, das Wasser konnte aber durch den Sandsteinboden in die Umgebung verdunsten. 1956 wurde Idstein durch ein schweres Hochwasser getroffen. Auch in unserer Kirche stand das Wasser bis zu einem halben Meter hoch. Nachdem das Wasser abgeflossen war, wurde das ganze Ausmaß der Verwüstung sichtbar. Der Boden des Kirchenschiffes war in sich eingefallen, die Gräber und Grüfte eingestürzt. Man entschied sich damals – mit den besten Absichten – die Gräber aufzuheben und unter der Kirche einen Betonboden einzuziehen, der zusätzlich noch durch eine Folie abgedichtet wurde. Heute wissen wir, dass dies nicht der richtige Weg war. Die Feuchtigkeit des Untergrundes, die früher durch die Gräber und Grüfte entweichen konnte, staute sich nun unter dem Boden und suchte sich einen Weg, um weiter nach oben zu steigen. Diesen Weg fand das Wasser in den Außenwänden der Kirche. Dies war ein schleichender Prozess, der viele Jahre benötigte. Anfang der 1980-er Jahre bemerkte man die steigende Durchfeuchtung der Außenwände. Man brachte einen wasserdurchlässigen, offenporigen Sanierputz auf. Dieser wurde jedoch in späteren Jahren unfachmännisch mit einer undurchlässigen Farbe überstrichen. Das Wasser wurde so im Mauerwerk gehalten und durchfeuchtete dieses bis an die Stelle, wo der undurchlässige Putz endete und das Wasser nach außen diffundieren konnte – in etwa drei Meter Höhe

 

3. Hausschwammbefall im Reiterchörchen

In den Kirchenbüchern ist belegt, dass wir in unserer Kirche bereits Ende des 19. Jahrhunderts mit Hausschwamm zu kämpfen hatten. Im Jahr 2011 trat er nun erneut im Reiterchörchen auf. Das Tückische bei Hausschwamm ist, dass er bereits lange unter dem Boden wuchern und wachsen kann, bevor er an die Oberfläche tritt. Dies war auch bei uns der Fall. Als wir den Schwamm entdeckten und den Holzboden öffneten, hatte sich der Schwamm dort schon breit gemacht. Er war sogar in den Beton und das darunter liegende Ziegelmauerwerk eingedrungen. Hier muss sich Wasser angesammelt haben, das den Nährboden für den Schwamm geschaffen hat. Auch hier könnte eine mögliche Ursache in Maßnahmen der Kirchenrenovierung der 1960-er Jahre zu finden sein. Bis zu dieser Renovierung waren die zum Kirchenschiff gewandten Wände sowohl des Reiterchörchens als auch des Altarraumes mit Holz verkleidet. Dahinter liegt ein Ziegelstein-Mauerwerk, das mit Erdboden hinterfüllt ist. Die Feuchtigkeit des Bodens konnte durch die Ziegelsteine und die Holzverkleidung in die Umgebung abgegeben werden. Bei der Renovierung nach der Hochwasserkatastrophe wurde diese „atmungsaktive“ Holzverkleidung durch eine undurchlässige Marmorverkleidung ersetzt. Die Wände konnten nicht mehr atmen und es blieb dahinter feucht. Dies zeigt sich heute an weißen Flecken auf dem Marmor – Salz aus dem Wasser der Bodenfeuchtigkeit.

 

4. Schäden im Dachgebälk

Leider müssen wir unsere Kirche nicht nur an ihrem Fundament anpacken, sondern auch im Bereich des Dachgebälks. Bei einer Begehung wurde festgestellt, dass einige Balken in ihrer Substanz stark angegriffen sind und ausgetauscht werden müssen. Diese Schäden beeinträchtigen – noch – nicht die Sicherheit der Dachkonstruktion. Auch gibt es keine undichten Stellen im Dach. Aber eine Reparatur dieser Schäden ist dringend geboten. Dazu muss nach unserer jetzigen Erkenntnis das Dach nicht abgedeckt werden, die Arbeiten werden also quasi „im Verborgenen“ laufen.

 

Machen Sie sich ein Bild der Schäden. Wir haben hier ein paar Bilder hinterlegt.

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